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Jeder Handgriff muss sitzen

vom 23.05.2019
 
Beim Kreispokalwettbewerb der Jugendfeuerwehren wetteiferten 47 Mannschaften um den Sieg

Noch immer erfreuen sich die Jugendfeuerwehren (JFS) im Landkreis Esslingen großer Beliebtheit. Das zeigen zumindest die Zahlen der Kreisjugendfeuerwehr (KJF) Esslingen, die aktuell 1 186 Mitglieder zählt. 2017 waren es noch knapp über 1000 gewesen. Am Freitag maßen sie ihre Fähigkeiten beim Kreispokalwettbewerb in Owen.

OWEN. Momentan plagen laut Daniela Lohrmann, „acht JFWs Nachwuchssorgen, während acht weitere mehr Interessenten haben, als sie aufnehmen können“. Lohrmann ist Kreisjugendfeuerwehrwartin und kennt daher die Statistiken und Trends ganz genau. Dass sich der positive Gesamttrend weiter fortsetzten wird, da ist sie sich sicher: „Denn durch die Kindergruppen, die immer mehr Feuerwehren ins Leben rufen und von denen es aktuell 16 bei uns gibt, erledigen sich in der Regel die Nachwuchsprobleme.“ Auch der Mädchenanteil ist in den vergangenen 12 Monaten um rund ein Prozent gestiegen. So dass derzeit 17,4 Prozent der Jugendfeuerwehrleute im Alter von sechs bis 18 Jahren weiblich sind.

Für die Nachwuchsförderung wird in den Reihen der Floriansjünger ohnehin einiges getan. Das zeigte sich einmal mehr beim 29. Kreispokalwettbewerb der KJF Esslingen. Rund 300 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet rückten am Samstag mit ihren Mannschaftstransportwagen nach Owen aus. Dort stellten sie an der Teckhalle, auf einem nach Altersklassen gegliederten Parcours, ihr Können unter Beweis. 47 Mannschaften gingen in den Altersstufen zehn bis 14 Jahre und 15 bis 18 Jahre an den Start. Die kleinsten Floriansjünger traten in 18 Teams zum Spielenachmittag an.

Unter ihnen auch David von Löschlöwen der JFW Nabern. Mit seinen Kameraden warf der Siebenjährige Tennisbälle auf Blechdosen. Anschließend rollte er Schläuche aus und schloss Schlauchkupplungen an Armaturen an. „So heißen bei der Feuerwehr Geräte durch die Löschwasser fließt“, klärte David auf. Aber auch Knoten spielen bei den Floriansjüngern eine wichtige Rolle. Mit ihnen lassen sich Gegenstände nicht nur festbinden, gegen Umfallen oder Wegrutschen sichern. „Wenn Personen beispielsweise über die Leiter gerettet werden, müssen sie gegen einen Absturz gesichert sein“, erzählte Manuel Jauss. „Stehen weder Abseilgeschirr, noch Haltegurt zur Verfügung, müssen die Kameraden wissen, wie sie mit einem einfachen Seil einen Brustbund anlegen können.“ In nur zwei Minuten mussten die Jungs und Mädels deshalb Knoten wie Mastwurf, Spierenstich oder Halbschlag binden.

Aber auch Geschicklichkeit spielte beim Wettbewerb eine Rolle. Gekonnt balancierte der Feuerwehrnachwuchs mit dem Strahlrohr Tennisbälle im Slalom zwischen Stangen hindurch. Mit Fingerspitzengefühl spannten die Jugendlichen zwei Seile, über die ein Ball vom einen Ende zum anderen rollen musste. Kein leichtes Unterfangen. „Denn damit das klappt, muss man mit Seilen eine schiefe Ebene bilden. Das ist Kraft, Konzentration und Koordination gefragt“, wie die 11-Jährige Xenia von der JFW Wendlingen schnell merkte.

Hygienevorschriften müssen auch im Wettstreit beachtet werden

Genau wie im richtigen Einsatz trugen die 15- bis 18-jährigen Kameraden unter anderem Verletzte vom Unfallort zum Behandlungsplatz. In Windeseile wurden die Patienten in die stabile Seitenlage gebracht und mit einer Decke vor dem Auskühlen geschützt. Schnell zogen sich die angehenden Rettungskräfte Einweghandschuhe über, denn auch beim Wettstreit mussten die Hygienevorschriften aus dem realen Einsatz beachtet werden. Kurz darauf war auch schon der verletzte Arm verbunden.

„Natürlich steht der Spaß beim Wettbewerb im Vordergrund“, sagt Daniela Lohrmann. Trotzdem musste, ähnlich wie im Ernstfall, auch unter Stress und Zeitdruck jeder Handgriff sicher sitzen. Denn die Stoppuhr lief an einigen Stationen des Parcours immer mit. Der Wettbewerb endete mit der Siegerehrung. Bei den 15- bis 18-Jährigen trug Kirchheim-Jesingen den Sieg davon, gefolgt von Beuren und Nürtingen-Neckarhausen. Bei der mittleren Altersgruppe stand Leinfelden-Echterdingen ganz oben auf dem Siegertreppchen. Neuffen und Nürtingen-Zizishausen folgten auf dem zweiten und das Team Leinfelden-Echterdingen 2 auf dem dritten Platz. Bei den Kindern schaffte es Hochdorf auf den dritten Platz, während zwei Mannschaften aus Kohlberg den ersten und zweiten Platz belegten.


Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Nürtinger Zeitung


Sebastian Kurz
Fachgebietsleiter Öffentlichkeitsarbeit und soziale Medien
Kreisfeuerwehrverband Esslingen-Nürtingen
 

 
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